Erste Weltcupperiode

Die erste Weltcupperiode ist vorbei und es ist Zeit für ein kleines Fazit.
Auf die ersten Weltcups in Ruka haben wir uns bei den FIS Rennen in Saariselkää vorbereitet. Das liegt ganz oben am nördlichen Rand von Finnland. Es gab nicht viel Licht (Sonne) und keine Polarlichter, aber wir hatten hervorragende Schneebedingungen und mit den Russen aussagekräftige Gegner für die letzten Vorbereitungsrennen. Die Rennen liefen für mich ganz ok (vor allem der Skater) aber es fehlte einfach noch die Wettkampfhärte um mir ein zufriedenes Gefühl im Ziel zu geben.
Die Woche darauf beim ersten Weltcup in Ruka lief für mich alles andere als gut. Irgendwie habe ich nicht richtig in das Rennen reingefunden. Ich konnte mich körperlich nicht ausbelasten und zu allem Überfluss bin ich noch relativ ungünstig gestürzt.
Enttäuscht und erschöpft ging es weiter nach Lillehammer. Optimistisch habe ich dort vor allem auf meine Paradedisziplin den Skating Einzelstart geblickt. Doch auch in Lillehammer konnte ich mich selbst nicht zufriedenstellen. Einziger Lichtblick war der Sonntag. Es war ein Verfolgungsstart in der klassischen Technik zum Abschluss der Minitour. Mit anderen Athleten um mich herum konnte ich mich viel besser bewegen und ausbelasten. Am Ende war ich sogar nur 0,5s von meinem ersten Weltcuppunkt entfernt. An diesem Tag habe ich gelernt das ich eigentlich gut drauf bin aber ich es einfach alleine nicht schaffe an mein Limit zu kommen. Ich brauche andere Läufer die mich puschen.
Eigentlich wollte ich die Woche darauf keinen Wettkampf laufen um die Fehler des letzten Jahres nicht zu wiederholen und gut vorbereitet in die Tour de Ski zu starten. Durch die noch nicht so ordentliche Form in Skandinavien wollte ich allerdings ein COC Rennen in Isolaccia nutzen um mein Wettkampfgefühl endlich zu erhalten. Das Rennen verlief wieder nicht wie geplant. Ein verschlafener Start, ein Sturz und die falsche Skiwahl sorgten für ein mittelmässiges Ergebnis. Allerdings war ich mit meinem Kampfgeist und Finish schon wieder richtig zufrieden.
Nächstes Ziel war La Clusaz. Beim Massenstart rechnete ich mir nicht soviel aus da ich relativ weit hinten starten musste und damit eher Probleme habe. Gleichzeitig wusste ich, dass ich so langsam Weltcuppunkte liefern musste. Es kam jedoch alles ganz gut. Ich lief wie von selbst durch das Feld hindurch und war auf einmal in der Spitzengruppe mit dabei. Es war ein hartes Rennen. Es war warm und die Luft war trocken. Die Lunge hat gebrannt. Aber ich konnte bis zum Schluss in der Gruppe der Top 15 bleiben. Am Ende sprang sogar der 9. Platz heraus. Seit meinem Weltcupdebüt habe ich es endlich geschafft wieder in die Top 10 zu laufen. Fühlt sich gut an.
Am nächsten Tag stand noch die Staffel auf dem Programm. Auch hier wussten wir mit einem 4. Platz zu überzeugen. Ich hatte sehr zu kämpfen da ich so müde vom Vortag war, aber ich konnte mich in der Spitzengruppe halten.
Jetzt blicke ich auf ein erfolgreiches Wochenende zurück mit zwei Top Ergebnissen und bin schon ganz heiß auf die Tour de Ski.
Aber zuerst freue ich mich auf die Weihnachtszeit mit meiner Familie.

Frohe Weihnachten,
Florian